
Die Stadt
Waldmünchen feiert im Jahr 2010 das Jubiläum
„1100
Jahre
Ortsgründung Waldmünchen“.
Das genaue Gründungsdatum von Waldmünchen lässt sich heute nicht mehr eindeutig feststellen. Es gibt keine Urkunden, kein historisches Grossereignis oder ein anderes Zeugnis aus der Vergangenheit, welches die Entstehung von Waldmünchen geschichtlich belegt. Allerdings hat das Grundwort „München“ (lateinisch „MONACUM“) im Ortsnamen stets Anlass zu Überlegungen gegeben, dass Mönche an der Namensgebung mitwirkten. Da es in Waldmünchen nie ein Mönchskloster gab und die Stadt auch nie einem Kloster als Grundherrn hatte, liegt der Schluss nahe, dass Mönche durch die Gründung an der Namensgebung von Waldmünchen beteiligt waren.

Nach einer seit Generationen überlieferten
Volkstradition
wurde Waldmünchen von
Benediktinermönchen aus dem Kloster
Chammünster bei
Cham gegründet. Diese sollen während der
Ungarneinfälle in der ersten Hälfte des 10.
Jahrhunderts aus ihrem zerstörten Kloster in die damals noch
unberührten Urwälder beim heutigen
Waldmünchen geflüchtet sein. Als Ereignisdatum wird
das Jahr 910 angesehen, weil in diesem Jahr die Ungarn fast die
Hälfte aller Klöster in Bayern zerstörten.
Zwar ist
nicht belegt, dass auch das Kloster Chammünster in diesem Jahr
von
den Ungarn zerstört wurde, aber angesichts der Lage des
Klosters
in der Nähe der Ostgrenze Bayerns ist dies ziemlich
wahrscheinlich.
Die
geflohenen Mönche haben den Wald gerodet und zusammen
mit anderen, Flüchtlingen eine neue Ansiedlung
begründet, aus
der sich dann die Stadt Waldmünchen
entwickelte. Nach
dem Abzug der Ungarn - spätestens nach deren Niederlage auf
dem Lechfeld bei Augsburg im Jahre 955 - kehrten die Mönche
wieder in ihr Kloster Chammünster zurück. Die mit den
Mönchen geflüchteten
Bauern und Handwerker blieben jedoch zum Teil in der
neuen Ansiedlung
„bei den Waldmönchen“ zurück und
sorgten somit
für den Fortbestand der neuen Siedlungsstätte. So
lautet die
traditionelle Überlieferung zur Ortsgründung von
Waldmünchen.
Zur
Sicherung dieser neuen Ansiedlung und des bei Waldmünchen
über den „Arnsteiner Pass“ verlaufenden
Handelsweges nach Böhmen haben dann die Markgrafen von Cham
später eine Verteidigungsanlage auf dem Schlosshügel
errichtet,
aus dem das spätere Pflegerschloss (heute die
Jugendbildungsstätte)
hervorging. Im Schutze dieser
Burg wuchs der Ort MONACUM bald zum Mittelpunkt der der
Umgebung, was durch
die bereits im Jahr 1256 erfolgte Verleihung der Stadtrechte an
Waldmünchen dokumentiert wird.
Auch wenn sich diese im Volksmund seit Generationen überlieferte Theorie zur Ortsgründung nicht belegen lässt, haben sich die früheren Stadtväter dieser Überlieferung angeschlossen und die Tausendjahrfeier Waldmünchens für das Jahr 1910 geplant. Bedingt durch andere Umstände (1. Weltkrieg und Nachfolgewirren) konnte die Feier zwar erst im Jahre 1923 nachgeholt werden, als Gründungsdatum für Waldmünchen wurde aber offiziell das Jahr 910 angenommen. Dementsprechend kann in Fortführung dieser Tradition Waldmünchen im Jahr 2010 das Fest „1100 Jahre Ortsgründung“ begehen.

Diese 1100-Jahr-Feier soll natürlich
angemessen festlich begangen
werden. Dazu wird das historische Fest „Spectaculum
Panduri“ einen Höhepunkt der
Veranstaltungen bieten.
Entsprechend dem Anlass werden die Besucher in eine Zeitreise
mit vielfältigen Attraktionen für Jung und Alt entführt, die vom
Mittelalter über die Zeit des 30-jährigen Krieges bis zur Zeit Trencks (1742) reicht.
Wie bereits das „Spectaculum Panduri 2006" aus Anlass des Jubiläums „750 Jahre Stadterhebung“ wird auch das „Spectaculum Panduri" im Jahr 2010 ein Fest mit einem außergewöhnlichen Veranstaltungsprogramm für jeden Geschmack, kurzum ein echtes historisches Spektakel.